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Puck auf Abwegen
Am Sonntag war Frauchen recht fleißig und wir waren ihr meistens im Weg. Während Puck, unsere neue Mitbewohnerin, jeden einzelnen Karton den Frauchen aus ihrem Arbeitszimmer hinaus über die Terrasse trug und zum Fenster unserer Zweitwohnung hinein brachte, gründlich durchsuchen durfte, mussten wir wartend hinter der Glastür verbleiben. Konnten/durften gar nicht mit helfen! Der Bärtige stöhnte alle paar Minuten, weshalb wir eigentlich nun so viel Platz hätten, wenn sowieso alle Vierbeiner gestapelt vor einer Tür oder in einem Raum (Fernsehen gucken wir eben auch gerne) hockten. "Na wegen der fehlenden Animation!" Aber mich hört der Bärtige ja nicht quasseln, so wie ihr...
Irgendwann jedenfalls, es war sicher hundert Stunden nach Abendbrot, war Fraule mit dieser "Umzieherei" endlich fertig und krachte sich stöhnend aufs Sofa. Keine 5 Minuten!
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Dann sprang sie hoch und rief laut nach Puck. Immer wieder. Vicky kam sofort - mir hätte das ja genügt - aber von Puck war nicht das geringste zu hören. Nicht mal ihr Glöckchen, das zum Glück nur die Samtpfoten bei uns tragen müssen. Stellt euch sonst mal bitte das gebimmel und gebammel bei uns zu Hause vor!
Der Bärtige versprach Frauchen permanent, das die Puck nicht einfach weg wie W E G ist, sondern nur mal eben um die Ecke einen netten Kater trifft. Oh, das war nicht schlau von ihm gesprochen und so typisch männlich!
Frauchen, mit Taschenlampe und Schlüsseln bewaffnet, in Pantoffeln (gaaaanz früher hätte auch ne Kittelschürze und Lockenwickler nicht gefehlt), stampfte mit Honigverschmierter Stimme über den Hof. Vermutlich Zichxmal durchsuchte sie die andere Wohnung, den hinteren Hof, den vorderen Hof und jedes Zimmer bei uns. Aber Puck blieb verschwunden. Erneut gings in die Nachbarwohnung - diesmal durften wir mit (nur Asko, der Jagdhund nicht, weil der sie sicher gefunden hätte, aber eben nur 1x lebend!) und nun wurde jede einzelne gut verstaute Kiste hervor gezogen und auf deren Inhalt untersucht. Wir durchsuchten mit. Aber Puck blieb immer noch verschwunden...

Am nächsten Morgen, also quasi 5 Minuten später, war Puck nicht weniger weg. Der Bartträger versprach Frauchen hoch und heilig die Puck den ganzen Tag zu suchen. Auch im Wald und bei den Nachbarn und überhaupt ÜBERALL! Und anrufen würde er Frauchen SOFORT wenn die Bunte da ist. Versprach`s und schickte uns Arbeiten! Aber er rief nicht an. Das tat Frauchen alle Stunde...
Puck war nun bereits seit 24 Stunden "nur mal eben um die Ecke einen netten Kater treffen", für den sie (meiner Meinung nach) noch viel zu jung ist, als wir Nachts gegen 23 Uhr und Minuten nach Tharandt einbogen. Unsere Straße kam mir nie zuvor so lang vor. Aber das lag an Fraules Schneckentempo. Sie sah hinter jedem Busch und Zaun die Puck, was in Wirklichkeit nur Schatten war. Endlich bogen wir in unsere Toreinfahrt ein, als Fraule einen spitzen Schrei ausstieß, ohne uns aus dem Auto sprang und nach dem Bärtigen kreischend, zur Wohnungstür rein stürzte. Weg war sie - weg blieb sie. Wir schauten ihr sprachlos durch die Scheiben unserer Hundekutsche hinterher und dann sah ich sie: die Puck! Augen gelb glühend, schauten mich durch die schmutzigen Fenster von gegenüber an. Und plötzlich hörte ich auch das Glöckchen bimmeln. Na Gott sei Dank! Diese Nacht jedenfalls dürfen wir schlafen dürfen...
Der Bärtige, etwas verschlafen drein schauend und mit Schraubenzieher in der Hand, gefolgt von Frauchen mit Taschenlampe, machte sich sogleich an die Arbeit. Die alte Holztür dieses leer daher stehenden Gebäudes, was zwar unseren Hof ziert, aber nicht bewohnbar ist (nein, auch nicht als Hundehütte!), war mit einem Schloss versehen, zudem niemand mehr einen Schlüssel hat. Die Zweibeiner schraubten fleißig am Scharnier, bis durch einen schmalen Spalt die Puck auf Frauchens Arme sprang und "Hunger" schrie!
Ich muss nun nicht extra betonen was Frauchen tat, oder? Ich möchte ihr nur danken, das wir nicht im Auto vergessen wurden und sogar irgendwann unser Abendbrot Nachtmahl bekamen. Nicht ganz so gewohnt liebevoll wie sonst (Pucky hier, Pucky da) aber immerhin...
Vicky, das muss ich an der Stelle aber mal betonen, hätte Frauchen nicht derart enttäuscht. Wo immer die rein kommt, findet sie auch SELBSTSTÄNDIG wieder hinaus!
Euer Yukon
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4 Kommentare
Wüffchen
Hoshi
In Sachen Selbstständigkeit ist der Pudel kein guter Lehrmeister, da musst Du jetzt `ran Yukon!
LG Atli
@ yukon, mal ganz nebenbei, die kleine puck ist nicht zu klein für mal eben nen kater treffen. sie wird diesen monat ein jahr. (zusammen mit lord) auch wenn sie optisch klein und zierlich ist, sie ist doch älter als sie ausschaut.
Und was den Pudel betrifft, gebe ich Hoshi & Atli recht: Entweder fehlt es Mephisto an Selbstständigkeit oder Puck hat sich stets auf seine Rettungshund-Ausbildung verlassen :))